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Geschichte

Die Entstehung von Gloggnitz

Wenn der Ort Gloggnitz vor 900 Jahren zum ersten Male urkundlich aufscheint, so heißt das nicht, dass die Besiedelung von da an erst begonnen hätte. Schon vorher wohnten hier vor Hunderten von Jahren Menschen, von denen wir allerdings keine schriftliche Kunde haben, wohl aber von ihnen abstammende im Boden vorgefundene Gegenstände und Gräberreste, die auf Siedlungen schließen lassen. Die Ur- und Frühgeschichte, in Dämmerdunkel gehüllt, sind auf einem größeren Gebiet als Gloggnitz ist, erforscht worden.

Urgeschichte

Während das Land um Neunkirchen reich an Bodenfunden aus diesen Zeiten ist, machte man im Gerichtsbezirk Gloggnitz nur wenige Funde. Eine Lochaxt aus der Steinzeit brachte man beim Bau der Volpinibrücke in Gloggnitz zutage, je eine in Putzmannsdorf und in Aue und eine Lochaxt aus Serpentin in der Werning (Payerbach).

Bei der Schwarzaregulierung wurde in Gloggnitz ein Steinkrug gefunden. Knochenreste eines wolligen Nashorns (50cm lange Unterkieferknochen mit Zähnen, gut erhaltene Oberarmknochen) und Zähne von Wildrind und Wildpferd wurden vom Syhrnbach herbeigeschwemmt und in einer Felsspalte festgehalten.

Aus der Bronzezeit stammen zwei Äxte: die in Hart aufgefundene Lappenaxt und eine Tüllaxt von Friedersdorf (bei Kranichberg). Bei Schotterarbeiten in der Stuppacher Au fand man eine gebrochene Lanzenspitze, Sichelfragmente und einige Tonscherben.

Aus der Hallstattzeit, in der neben Bronze auch Eisen verwendet wurde, sind die Funde ergiebiger: in Kreitz (bei Kranichberg) wurde eine Bronzeaxt gefunden, am Otter eine Sichel, in der Werning ein geschweißtes Bronzemesser und in Pottschach wurden Bronze- und Keramikgegenstände aus einem Brandgräberfeld geborgen.

In Gasteil konnte bei Grabungen eine große Bergbausiedlung (von 1200 - 1000 v. Chr.) bloßgelegt werden.

Römische Siedlungen in direkter Nachbarschaft

Die Römer waren bei uns nicht präsent, sie mieden wegen der Unwirtlichkeit unser Gebiet. Streufunde machte man (römische Münzen) in Pottschach und im Ganabachgraben. Sie befuhren den Weg über das Preiner Gscheid, um ins Schwarzatal und weiter in die Ebene zu gelangen. In ihrer Zeit legte man bei uns den sogenannten "Entweg" an (ca. 1140 urkundlich erwähnt als via geganteum, später "antiskenwec" genannt), dessen Trasse stellenweise noch deutliche zu erkennen ist.

Frühgeschichte

Die Funde aus der frühgeschichtlichen Zeit sind sowohl deutscher als auch slawischer Herkunft. Wir verfügen über viele aus dem 8., 9. und 10. Jahrhundert aus Gloggnitz, Pottschach, Köttlach und St. Valentin. Köttlach dürfte die Hauptsiedlung gewesen sein, wie aus dem 1853 aufgefundenen Gräberfeld (33 Gräber mit vielen Beigaben wurden freigelegt) zu ersehen ist.

Slawischer Ursprung

Manche heimische Fluss-, Berg- und Ortsnamen lassen sich vom Slawischen ableiten:

Glocniza (bach von slaw. Klokotnica = glucksender Bach
Syhrn (bach) von slaw. cinica = Schwarzenbach
Lisling (Listling) von slaw. L(i)sc(i)nica = glänzender Bach
Weißjackl von slaw. visoko = Höhe
Göstritz von slaw. kostrici (kostru) = Berg, auf dem Sonnwendfeuer abgebrannt werden
Semmering von slaw. cemern(i)nik(u) = Berg, wo die Nieswurz wächst

Erste urkundliche Erwähnung, 17. Dezember 1094

Vor 900 Jahren rückte Gloggnitz ins Licht der Geschichte.
Zum ersten Mal wird sowohl der Fluss als auch der Ort in einer Formbacher Urkunde vom 17. Dezember 1094 (Original ist heute nicht mehr vorhanden) erwähnt. Bei der Bestiftung des Benediktinerklosters Formbach (am Inn in Bayern), anläßlich der Weihe
des ersten Abtes, Beringar, schenkte Graf Eckbert I. von Formbach neben mehreren Besitzungen in der Nähe von Formbach (auch Vornbach) auch solche in östlichen Landen.

Die Übersetzung des lateinischen Textes der Urkunde (Nr. 1 des OÖUB) lautet:

"Obendrein gab er ihnen (Anm.: gemeint sind die Mönche in Formbach) im östlichen Gebiet einen Ort namens Neunkirchen und zwei Pfarrkirchen, eine unterhalb der Feste Pitten und die andere im vorher erwähnten Ort Neunkirchen, mit den Zehenten und allem darauf Bezüglichen sowie das Marktrecht für diesen Platz, das Dorf, das man Wörth nennt, und einen anderen Ort am Flüßchen Gloggnitz, wo eine Zelle ist (Anm.: wahrscheinlich seit 1084), mit Wiesen und Wald bis zur Klamm (Anm.: gemeint ist Schottwien) und eine Wiese beim Preinerbach und eine halbe Hube im Dorf, das Payerbach genannt wird, eine halbe Hube in der Gegend, die Schmidsdorf genannt wird, eine halbe Hube im Dorf, das man Gloggnitz nennt, und drei Weingärten, einen an dem Ort, den man Pottschach nennt, und zwei an einem anderen Ort, Würflach genannt."

Graf Eckbert I.

Graf Eckbert I., ein "Graf von nicht geringer Macht und Tapferkeit", kam durch Heirat mit Mathilde (um 1055), der Erbtochter des Markgrafen der karantansichen Mark, Gottfried, des Siegers über die Ungarn (1042) vor Pitten, in den Besitz eines Großteils des Landstrichs von der Piesting bis über den Semmering und von Hartberg über Pitten bis Wr. Neustadt. Der Hauptort dieser Grafschaft "Pütten" war Neunkirchen, der mit besonderen Rechten ausgestattet war. Geistiger, kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt war das Kloster Gloggnitz, das von den Mönchen des Haus- und Mutterklosters der Grafen errichtet worden war und durch Tausch, Grundkauf und fromme Stiftungen zu einer Propstherrschaft heranwuchs. Freilich war der Abt im Mutterkloster Formbach der eigentliche Geschäftsträger, der alles Tun und Lassen bestimmte, jedoch tanzten die "Herren auf dem Berg zu Gloggnitz" manchmal aus der Reihe, pochend auf ihre örtliche und wirtschaftliche Macht.

Durch 700 Jahre, bis zur Aufhebung des Klosters (mit dem Kloster Formbach) im Jahre 1803 ist seine Geschichte auch die Geschichte des Ortes Gloggnitz.
Das Kloster, seither Schloss genannt, wurde als würdigstes Bauwerk zum Wahrzeichen des Ortes neben der noch älteren St. Othmarkapelle (Marktkapelle), die aus 1001 (oder 1011) stammen soll.
Freilich ist der Ort Gloggnitz in dieser langen Zeit nicht viel größer geworden. 1345 zählte er 21 Häuser mit 110 Einwohnern, nach der Aufhebung des Klosters 69 Häuser mit ca. 570 Einwohnern. Doch die Klosterherrschaft gewann immer mehr an Bedeutung. Die Fröner bearbeiteten ihr Lehen und roboteten für die Herrschaft. Der herrschaftliche Betrieb beschränkte sich keineswegs auf Land-, Forst- und Weinwirtschaft (sie war die Haupteinnahmsquelle) und auch Schafzucht, es gab auch herrschaftliche Gewerbebetriebe, Tavernen, Mühlen, eine Schmiede, eine Säge, ein Brech- ("Walk") und ein Badhaus.

Berühmte Gäste

Die günstige Lage des Ortes am Fuße des Semmerings, wo sich ein wichtiger Handelsweg von der Metropole Wien über den Bergstock zieht und sich vor dem Schlossberg gabelt in Semmering- und Preiner Straße, kam dem Kloster sehr zustatten. Illustre Gäste, vor allem aus Adel und Geistlichkeit, Freunde und Feinde haben den Ort gesehen. Die einen zogen bejubelt von den Bürgern durch den Ort, gasteten auch im Kloster, die anderen bekriegten, plünderten und brandschatzten die Niederlassung.

1184 war der größte Minnesänger Walt(h)er von der Vogelweide Gast, 1204 nächtigte der hochangesehene Bischof Wolfger von Passau, als er über den Semmering nach Rom ritt, 1227 und 1240 kam der Minnesänger Ulrich von Liechtenstein hoch zu Roß durch Gloggnitz und turnierte, 1282 quartierte sich Kaiser Rudolf von Habsburg hier ein, 1334 waren die Herzöge Albrecht und Otto von Österreich Gäste des Klosters. Im Jahre 1451 verweilte der berühmte Franziskaner-Wanderprediger Johann(es) von Capistran(o) im Kloster, als er der Einladung Kaiser Friedrich III. nach Wien folgte. Letzterer selbst nächtige zweimal hier, als er von seinen Widersachern in die Flucht geschlagen worden war. Auch sein Sohn, Kaiser Maximilian I. war 1508 Gast der Benediktinermönche. Eine hohe Auszeichnung für die Bevölkerung war die Anwesenheit eines Kaisers am 21. Juli 1728, Karls VI., mit seiner Gemahlin Elisabeth und seiner Tochter Erzherzogin Maria Theresia, die zu Mittag im Kloster tafelten, ebenso der spätere mehrmalige Besuch (1859, 1862) des Kronprinzen Rudolf und der Prinzessin Gisela beim Schloßbesitzer und bedeutenden Landespolitiker Dr. Johann Weitlof. 1782 nächtigte Papst Pius VI. im nahen Schloss Stuppach auf seiner Fahrt nach Wien zu Kaiser Joseph II.

Ungarn, Türken und die Weltkriege

Schlimme Zeiten hatte der Ort zu bestehen: 1487 brandschatzten die Soldaten des ungarischen Königs Matthias Corvinus. Gefürchtet waren die Türkenrummel von 1529 und 1683, der Großteil der Leute war geflüchtet, der Bürger und Gastgeber Hannsen Fäber büßte bei der Verteidigung des Klosters sein Leben ein. 1805 und 1809 litt der Ort unter der Franzoseninvasion: Die "Bürgerliche Schißstätt" wurde niedergebrannt, auch die wiederaufgebaute, und die Marktkapelle mit 12 Häusern äscherten sie ein, der Bauer Josef Mader in Hart wurde füsiliert. Im 1. Weltkrieg waren 138 Tote und 20 Vermisste zu beklagen, im 2. Weltkrieg 247 Tote und 25 Vermisste, 9 Häuser brannten ab.

Industrialisierung

In den 190 Jahren seit der Aufhebung des Klosters schrieb der Ort seine eigene Geschichte.

Durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert (1845 Spinnfabrik Erdl, 1852 Strichgarnspinnerei und Kappenfabrik Volpini, 1870 Papierfabrik Stuppach und 1875 Zellulosefabrik Stuppach, 1879 Motoren- und Maschinenfabrik Renauer) ist die Bevölkerung gewachsen. Die Stadtgemeinde zählte am 15. Mai 1991 (Volkszählung) 5996 Seelen (plus 1000 Zweitwohnsitzer) in 1778 Häusern.

Dr. Renner und Dr. Hainisch

Gloggnitz hat an Bedeutung gewonnen. Dazu kam noch der Bau der Eisenbahn Wien - Gloggnitz im Jahre 1842 und die Fortsetzung 1854 über den Semmering, Gloggnitz wurde zu einer wichtigen Bahnstation (Schnellzugstation). Sie brachte viele Fremde (Sommergäste, Touristen) in den Ort. Zwei Bundespräsidenten waren Ehrenbürger der Stadt: der Wahlgloggnitzer Dr. Karl Renner und der im nahen Aue geborene Dr. Michael Hainisch.

Lange Zeit war nur von dem Dorfe Gloggnitz die Rede, aber 1548 wird ein "Bürger" von Gloggnitz mit Namen genannt und 1556 ist zum ersten Male der "Marckht" Gloggnitz verzeichnet (1622 erstmals nachgewiesen), der laut Urkunde von 1819 das Privileg zur Abhaltung von zwei Jahrmärkten erhalten hat. In Anbetracht seines wirtschaftlichen Aufschwungs wurde der Markt am 20. Oktober 1926 zur Stadt erhoben.

NÖ-Landesausstellung

Im Jahre 1992 wurde Gloggnitz mit seinem geräumigen Schloss als Standort für die NÖ-Landesaustellung "Die Eroberung der Landschaft Semmering - Rax - Schneeberg" erkoren, die 182 000 Menschen in die festlich geschmückte und "herausgeputzte" Stadt brachte.

Durch die intakte Wirtschaft in dem zentral gelegenen Gloggnitz, die sich alljährlich, seit 1971 mit einer Werbeschau (als "Problemlöser") und seit 1973 mit einem "Tag der offenen Tür" präsentiert, ist die Stadt zu einem beliebten, nicht mehr wegzudenkenden Einkaufszentrum des mittleren und oberen Schwarzatales geworden. Die neue Gewerbeansiedlung in Stuppach und die 1993 errichtete Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik Ludwig Hofbauer AG (Lindt & Sprüngli) sind Hoffnungsgebiete der kommenden Jahre.

Das Benediktinerkloster - Schloss Gloggnitz

1094 erfolgte die Erhebung des Benediktinerklosters Vormbach zur Abtei. Im Osten ermöglichte die Schenkung von Gebieten im Raum Neunkirchen-Pitten-Gloggnitz an die Benediktiner die Gründung eines Vormbacher Filialklosters in Gloggnitz. Nach dem Bau der neuen Pfarrkirche, der Christkönigskirche, nahe dem Stadtzentrum, verlor die alte Klosterkirche weitgehend ihre Bedeutung.

Historische Ausstellungen im Schloss, Kammerkonzerte in der Kirche und Hochzeiten junger Paare, die vor den Altar treten, an dem schon ihre Eltern und Großeltern einander das Ja-Wort gegeben haben, brachten ein wenig neues Leben in die Marienkirche. Es kommen aber auch viele, die unter der barocken Prachtentfaltung den Geist der Gotik zu entdecken wissen. Dieser 1803 profanierte Bau, heute als Schloss bezeichnet, ist ein dreigeschossiger Barockbau.

Nordseite

Die Nordseite mit burgenmäßigen Charakter. Durch zwei Torhäuser (aus der Spätgotik), von denen besonders das zweite mit seinem zweijochigen Kreuzrippengewölbe interessant ist, gelangt man in den polygonen Hof (einst Leichenhof), in dessen Mitte die Kirche steht. An das 2. Torhaus schließt sich die 1,5 m dicke und 11,5 m hohe mittelalterliche (15., 16. Jh.) Ringmauer mit Rechtseckschießscharten an. Die frühgotische (14. Jh.) zweijochige, dem hl. Michael geweihte Abtkapelle hat zwei Zugänge. In ihrem unteren Teil war einst ein Beinhaus (Karner). Im kurzen Westflügel ist der Stiegenaufgang zu den Wohnräumen, wahrscheinlich früher Gästezimmer und zur Empore der Abtkapelle.

Südseite

Der langgestreckte Südteil (70 m), mit den Bauteilen von 1588 bis 1735, war die einstige Prälatur, sie enthielt die Wohnung des Abtes, des Propstes, das Refektorium (Speisesaal mit Stuckdecke) und je ein Aestuarium (Schwitzbad) für Probst und Konventualen. Der Aufgang zur Prälatur führt durch ein wunderschönes schmiedeeisernes Gittertor, im oberen Teil schmückt die Decke ein großes Fresko (um 1730), das die Apotheose des hl. Benedikt darstellt.

Nordostflügel

Der Nordostflügel (das Konventhaus), ebenfalls 70 m lang, aus der Renaissancezeit stammend, enthielt im unteren Teil die Küche mit der Vorratskammer und einen Handkeller (der große Keller befand sich im Meierhof), im oberen Teil über eine dreiteilige Steintreppe erreichbar, die Wohnräume der Mönche (Zellen) und des Seelsorgers der Pfarre. Im Hof sind fast überall die Arkaden im Erdgeschoss und die Blendarkaden im Stockwerk zu sehen. Der Propst Franz Langpartner ließ zwischen 1730 und 1741 das Kloster barockisieren.

Innenhof

Inmitten des Hofes steht die barocke Kloster-(Schloss-)Kirche, die Maria Schnee (Beate Mariae Virgini ad Nives) und dem hl. Oswald geweiht ist, mit gotischem Kern. In einer Urkunde von 1485 heißt sie auch "Propsteikirche St. Godehard (St. Gotthard) in Gloggnitz". Der älteste Teil ist die Frauenkapelle (wahrscheinlich die ursprüngliche Zell, 11. Jh.) mit einem Spitzbogengurt von 1260, die früher selbständig war und erst ca. 1760 mit der Kirche verbunden wurde. Sie ist ebenfalls gotisch. Die größte Umgestaltung erfuhr die Kirche unter den Pröpsten Perfaller und Wenckh. 1692 wurde die Kirche barockisiert, aus der Zeit stammt auch der angebaute 36 m hohe Turm mit Zwiebeldach, der ein Jahr später die erste große Glocke (635 kg), 1724 die zweite (1.330 kg aufzunehmen hatte. Die Sakristei und das Oratorium ließ 1730 Propst Langpartner dazubauen.

Das Innere der Kirche

Das Altarbild der Kirche zeigt neben Maria und Jesus den gekrönten St. Oswald mit dem Raben. Zwischen den gewundenen Säulen Statuen der hl.. Gotthard und Benedikt. An den Seiten des Altars Statuen des hl. Wolfgang und eines Schutzengels. Der rechte Seitenaltar im Schiff zeigt im Altarbild den hl. Benedikt mit Giftschale und Schlange. In einem kleinen Bildausschnitt wird das aufrechte Sterben des Ordensgründer dargestellt. Neben dem Altar die hl. Bernhard und Benedikt. Auf dem linken Seitenaltar ist eine Schutzmantelmadonna abgebildet. Auf der linken Altarseite der hl. Leonhard mit einem Esel. Unter dem Chor, mit einem durch Platten verdeckten Eingang vor den Stufen zum Presbyterium, ist eine Gruft, in der die Pröpste beigesetzt wurden.

Marienkapelle

An der Südseite der Kirche befindet sich die Frauenkapelle, von Angelus Rumpler, auch Abtkapelle genannt. Der Marienaltar stammt aus der Barockzeit. Er hat kein Altarblatt. Mittelpunkt war eine gotische Holzstatue Maria mit dem Kind, die in den sechziger Jahren Kirchendieben zum Opfer gefallen ist.

St. Michaels-Kapelle

Zwischen der noch erhaltenen hohen Wehrmauer des Klosters und dem ehemaligen Refektorium befindet sich die St. Michaels-Kapelle, ein frühgotischer Bau, seit 1322 nachgewiesen, der in der Barockzeit nur wenig verändert wurde. Im Untergeschoss befand sich der Karner. Ein Außenfresko des hl. Christophorus ist, wenn auch schwer beschädigt, noch vorhanden.

Renovierungsarbeiten

Von 1977 an wurde die Schlosskirche, die Michaelskapelle und auch der gesamte Schlosskomplex mit Unterstützung des ehemaligen Bautenministeriums, des Wissenschaftsministeriums, des Bundeskanzleramtes, des Landes Niederösterreich und vieler privater Spender renoviert bzw. revitalisiert. Auch von der Gemeinde wurden beträchtliche finanzielle Mittel aufgebracht und von Mitarbeitern des städtischen Bauhofes tausende Arbeiststunden geleistet. 1988 wurde die Michaelskapelle wieder geweiht, 1991 das neue Café-Restaurant eröffnet und 1992 die Niederösterreichische Landesaustellung mit dem Thema "Die Eroberung der Landschaft" im Schloss durchgeführt.

Im Anschluss an die NÖ Landesausstellung wurde noch 1992 das Projekt "Heiraten und Feste feiern im Schloss" eingerichtet. Der neue Veranstaltungssaal und die Sonderausstellungsräume stehen für verschiedenste Aktivitäten (Konzerte, Ausstellungen, Feste usw.) zur Verfügung.